FC Rüschegg – Femina Kickers Worb D-b (1 : 0)
Datum: 16.05.2012
Ausgangssituation:
Für das D-b-Team stand das 4. Saisonspiel ins Haus. Man trat die weite Reise nach Rüschegg an und spielte gegen ein Team, das bis dato bereits 2 Siege verbuchen konnten. Da mehrere unserer Spielerinnen ausgefallen waren, füllten einige U14-Spielerinnen die offenen Positionen im Kader auf.
Nachdem sich die Mannschaft in den letzten Spielen immer mehr gefunden hatte, war nun das Ziel, sich gegen einen physisch überlegenen Gegner über die volle Spielzeit auf Augenhöhe zu messen und die Zahl der zugelassenen Grosschancen weiter auf ein wettkampftaugliches Niveau herunterzuschrauben. Der Schwerpunkt der Trainingsarbeit der letzten Wochen lag daher auf dem Defensivverhalten sowie dem Umschaltmoment. Insofern wurde diesen Aspekten beim Spiel besondere Beachtung geschenkt.
Spielverlauf:
Die 1. Halbzeit war eine perfekte Umsetzung der defensiven Vorgaben. Man konnte den Gegner hoch in der eigenen Hälfte stellen und im 1. und 2. Platzdrittel durch geschicktes Verschieben stetige Überzahlsituationen herbeiführen. Das Resultat war, dass in der gesamten 1. Halbzeit kein einziges Mal ein Gegner mit Ball am Fuss in unseren Strafraum eindringen konnte und der einzige gegnerische Torschuss ein Distanzschuss aus 25 Metern war, der allerdings nicht gefährlich wurde, so dass unser Torwart in die Pause ging, ohne einen einzigen Torschuss parieren zu müssen.
Auch offensiv hatte die Mannschaft verstanden, was von ihr verlangt wurde und lauerte geschickt auf die Momente, in denen die gegnerische Defensive nach einem Ballverlust noch ungeordnet war. In diesem Fall wurde der Ball wie einstudiert zunächst aus dem überfüllten Zentrum heraus und anschliessend vom Flügel direkt vertikal in die Spitze gespielt, in die jeweils wechselnde Spielerinnen stiessen. Die Taktik schien aufzugehen, doch wurde jedes der unzähligen Male, wo eine Spielerin steil geschickt wurde und mit dem Ball bereits allein vor dem gegnerischen Torwart auftauchte, auf Abseits entschieden. Fast jede der Abseitsentscheidungen war jedoch ebenso haarscharf wie korrekt. Somit kamen bis zum Halbzeitpfiff 7 Abseitsstellungen in aussichtsreichster Position und 2 Schüsse von der Strafraumgrenze, leider aber kein Treffer zusammen.
Kurzum: Wir waren in der 1. Halbzeit die spielerisch und taktisch deutlich überlegene Mannschaft, hatten mehr Ballbesitz und kontrollierten die Spielfeldmitte, scheiterten jedoch an der Abseitsfalle.
Der Grund für die Abseitsstellungen war sicherlich auch, dass die Spielerinnen aus D-b und U14 noch nie zuvor in dieser Konstellation zusammen gespielt oder trainiert hatten. Man kannte sich nicht und das Timing des finalen Abspiels war das einzige, wenn auch folgenschwere Manko einer ansonsten nahezu perfekten 1. Halbzeit gegen physisch überlegene Gegner. Insofern war der Mannschaft in der Halbzeitpause in keinster Weise ein Vorwurf zu machen, sondern es ging lediglich darum, die Konzentration für die 2. Halbzeit hochzuhalten.
Der Gegner kam motiviert aus der Halbzeitpause und erhöhte seinerseits die Taktzahl. Die gegnerischen Spieler gingen nun sehr hart in die Zweikämpfe und es wurde versucht, über den Kampf die Kontrolle über das Spiel wiederzuerlangen. Der Gegner versuchte es vermehrt mit inversem Flügelspiel und liess seine Aussenspieler Raum entlang der Linie gut machen, um auf Strafraumhöhe nach innen zu ziehen.
Auch unser Team drängte auf einen Treffer. Man spielte die Angriffe nun etwas besser aus als noch in der 1. Halbzeit, allerdings ging dies zu Lasten der Defensivleistung, wo sich Konzentrationsschwierigkeiten und Stellungsfehler einschlichen. Kam der Gegner in der 1. Halbzeit noch zu 1 einzigen Torschuss, so liess man in der 2. Halbzeit 4 gegnerische Schüsse zu, von denen 2 auch auf das Tor kamen und von denen 1 das Tor des Tages markierte. Dass das Gegentor ein scharf geschossener Flachschuss von der Strafraumgrenze war, nachdem der Ball eigentlich bereits schon geklärt war, und der andere gegnerische Torschuss der 2. Halbzeit ein ungefährlicher Fernschuss war, macht die Sache umso ärgerlicher, da unser Team eigentlich kein Gegentor verdient gehabt hätte und beinahe 70 Minuten lang perfekt verteidigt hat.
Auch wir kamen in der 2. Halbzeit vermehrt zu Chancen, bei denen u.a. 2 Torschüsse innerhalb des gegnerischen Strafraums, die aber nicht platziert genug waren und direkt auf den Torwart gingen, 1 Freistoss von der Strafraumgrenze, der das Tor haarscharf verfehlte, 1 butterweiche Flanke in den gegnerischen Strafraum, die eine Spielerin nur um Zentimeter verpasst hat und ein halbes Dutzend weiterer Abseitsstellungen in bester Position alleine vor dem Tor zu nennen sind.
Fazit:
Unsere Mannschaft hat heute couragiert gespielt, intelligent verteidigt und viel Pech gehabt. Die Defensivleistung und insbesondere die Art und Weise, wie die Mannschaft den Raum verengt und die recht komplexen taktischen Vorgaben umgesetzt hat, war herausragend. In der Offensive wurden 95% des Weges gegangen, lediglich das Timing des finalen Passes verhinderte eine Vielzahl von Grosschancen.
Langsam bekommen wir Struktur in unser Spiel und können auch die Konzentration über eine Spieldauer von 70 Minuten hochhalten. Auch wenn der erhoffte Punktgewinn ausgeblieben ist, darf man mit dem Team zufrieden sein. An dieser Stelle ist ebenfalls den U14-Spielerinnen zu danken, die kurzfristig ausgeholfen haben und von deren Erfahrung insbesondere die jüngeren Spielerinnen sehr profitieren konnten.
Ausblick:
Es bleibt abzuwarten, ob die Mannschaft den Schwung aus dem heutigen Spiel mitnehmen kann und wie viel Kraft das Spiel tatsächlich gekostet hat, da wir uns in einer englischen Woche befinden und nach dem heutigen Spiel in den folgenden 6 Tagen noch 2 Trainingseinheiten und 2 weitere Spiele anstehen. Am kommenden Samstag treffen wir mit dem SV Kaufdorf auf einen Gegner, der in der bisherigen Saison noch einen Sieg mehr als Rüschegg verbuchen konnte. Wir erwarten einen heissen Tanz.
Eine gute Woche allerseits.